Kreuz und Identität

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Im heutigen Impuls geht darum, dass wir uns von Gott unter dem Kreuz verwandeln lassen
dürfen. Am Kreuz dürfen wir unser verdorbenes Leben loslassen und unsere alte Identität als Sünder und gottfernen Menschen ans Kreuz nageln und bekommen eine neue Identität als Kinder Gottes durch die Wiedergeburt im Geist. Jeder Bekehrte darf seinen alten Menschen am Kreuz sterben lassen und wird aus Gnade zum neuen Menschen im Bild Christi verwandelt. (Römer 8,29)

Bibelverse zum Impuls

Wir wollen auf zwei Bibelverse schauen, die unseren Wandel am Kreuz vom alten Menschen zum neuen Menschen verdeutlichen sollen:

Bibelvers zum alten Menschen:

»Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm (Jesus) gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen. (7) Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.«

Bibelvers zum neuen Menschen:

»Wenn also jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung: das Alte ist vergangen, siehe, ein Neues ist entstanden!«

Kreuz und Identität

Das Kreuz ist für jeden Christen das zentrale Symbol des Glaubens. Wir glauben, dass
das Kreuz der Ort ist, an dem Jesus zur Vergebung unserer Sünden sein Blut vergossen hat, um uns von aller Schuld und Ungerechtigkeit zu reinigen. Sein Sühneopfer befreit uns aber nicht nur von Sünde und Schuld und nicht nur vor Gericht, Verdammnis und in der künftigen Welt vor der Hölle, sondern das Kreuz soll uns auch schon in diesem Leben den Weg für ein neues Leben mit Christus eröffnen. Doch unsere Verwandlung in ein Leben in Christus kann erst kommen, wenn unser altes Leben in Sünde stirbt, bzw. mit Jesus gekreuzigt wird. (Galater 2,19-20)

Die Idee für diesen Impuls bekam ich durch einen sonderbaren nächtlichen Traum.
Ich stand vor einem Check-in-Schalter und mein Pass wurde überprüft. An den Blicken der Offiziellen merkte ich, dass etwas nicht in Ordnung war und dass aufgrund meiner Identität im Pass etwas gegen mich vorlag. Mit ernsten Blicken wurde ich befragt, ob ich die Person sei, die im Pass dokumentiert war. Doch merkwürdigerweise erschien mir das eigene Bild im Pass plötzlich fremd. Von dem Foto starrte mich ein Mann an, der mir zwar ähnlichsah, aber eine dunkle Vergangenheit haben musste. Verwirrt stand ich vor dem Beamten und bat einen Moment um Zeit, mit der Situation klarzukommen. Mir schien es einen Augenblick, dass ich nicht mehr wusste, wer ich war. Ich hörte mich noch sagen „die Person auf dem Pass bin ich nicht, entschuldigen Sie bitte, ich bin verwirrt, ich habe ein Identitätsproblem“. Als ich kurz vor der Festnahme stand erwachte ich aus meinem Traum.

Mir ging dieser Traum noch sehr lange nach. Es ging im Traum darum, dass ich mich mit meiner Person auf dem Pass nicht mehr identifizieren konnte. Auf dem Bild sah ich jünger aus, und sah ein Gesicht eines verkommenen Typen, mit dem ich am liebsten nichts mehr zu tun haben wollte, sogar noch schlimmer, der für mich auf eigentümliche Weise nicht mehr zu existieren schien. Aus psychologischer Sicht könnte man den Traum als dissoziative Identitätsstörung (DIS) deuten. Menschen mit schweren Traumatisierungen können unterschiedliche Identitäten annehmen, um sich nicht ihrer dunklen Vergangenheit stellen zu müssen. Die Psyche stellt dabei als Schutzmechanismus eine Persönlichkeitsabspaltung als Exit-Strategie zur Verfügung, um „überlebensfähig“ zu bleiben.

Doch in dem Traum ging es um etwas anderes. Ich wurde auf eine Person angesprochen, die ich vom inneren Wesen nicht mehr war, die ich aber äußerlich unzweifelhaft noch bin. Ich starrte auf das Foto, das aussah wie eine falsche Ausgabe meiner Selbst.

Bekehrt sich ein Mensch zu Gott geschieht etwas Wundersames. Berührt durch Gottes Geist, sieht man sein eigenes Leben in einem anderen Licht. Beschämt durch Gottes Geist, den Geist der Liebe und Gerechtigkeit, erkennen wir, dass unser selbstbezogenes und gottfernes Leben ein Irrweg war. Wir erkennen unsere Verantwortungslosigkeit vor Gott und müssen uns eingestehen, dass wir durch unsere Sünden und unseren gedankenlosen Egoismus viel Leid in die Welt gebracht haben.

Bekehrte empfinden Reue und verstehen, dass sie sich in ihrem Leben gegen Gottes Gebote der Liebe gerichtet haben und damit Gott, andere Menschen sowie sich selbst geschädigt haben. Bekehrte hören auf zu denken, dass sie gute Menschen sind und verstehen, dass sie von Gott Vergebung und Korrektur brauchen und sogar noch viel mehr: nämlich einen Neuanfang im Leben mit Gott und ihren Mitmenschen.

Die Bibel beschreibt, dass Bekehrte einen inneren Wandel durchlaufen, sie möchten aufrichtigen Herzens nicht mehr ihr altes Leben in Eigensinn und Begierden leben, das nur ins Unglück und ins Verderben führt. Und diesen Wandel leitet Gott in uns ein, wenn wir wie David, nachdem er von Nathan der Sünde des Ehebruchs und des Mordes überführt worden war, zu Gott rufen:

»Verbirg dein Angesicht vor meinen Sünden, und tilge alle meine Ungerechtigkeiten! (12) Schaffe mir, Gott, ein reines Herz, und erneuere in meinem Innern einen festen Geist!«

Es ist interessant, dass nach dem David seine Ungerechtigkeit erkannt hatte, von Gott nicht nur Vergebung erbittet mit dem Versprechen, in Zukunft nicht mehr sündigen zu wollen, sondern er möchte am liebsten als neuer Mensch mit einem reinen und unverdorbenen Herzen und ohne seinen wankelmütigen Geist der Versuchung von vorne anfangen dürfen.

David wollte keine bloße Veränderung, sondern einen Neuanfang; er wollte nicht ein besserer Mensch werden, sondern buchstäblich ein neuer Mensch.

Und tatsächlich zeigt der hebräische Urtext, dass Gott dem Bekehrten einen Neuanfang schenkt, der einer Neuerschaffung des Menschen gleichkommt.
Wenn es in Psalm 51 heißt:

»(12) Schaffe (בָּרָא = bara‘) mir, Gott, ein reines Herz, und erneuere in meinem Innern einen festen Geist!«

verwendet David für das Wort »schaffe« das hebräische Wort »bara«, das im Alten Testament in besonderer Weise für Gottes schöpferisches Handeln gebraucht wird, beispielsweise auch explizit für die Schöpfung der Welt und die Erschaffung des Menschen. (1. Mose 1,1 und 1. Mose 1,27). So vergleicht die Bibel die geistliche Erneuerung des Bekehrten mit dem Schöpfungsakt des Menschen in der Genesis. Gott erschafft uns neu mit einem reinen Herzen, welches in den Augen Gottes nicht mehr sündigen kann. 

»Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde, denn sein Same bleibt in ihm; und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist.« (1. Joh 3,9 / CSV) »Wir wissen, dass jeder, der aus Gott geboren ist, nicht sündigt; sondern der aus Gott Geborene bewahrt sich, und der Böse tastet ihn nicht an.« (1. Joh 5,18 / CSV) [1]

Paulus führt den Gedanken der Neuschöpfung weiter aus, wenn er im 2. Korintherbrief 5,17 schreibt, dass der Bekehrte ein neues Geschöpf in Christus ist.

»Wenn also jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung (κτίσις – ktisis) [2] das Alte ist vergangen, siehe, ein Neues ist entstanden!« (2. Korinther 5,17 / Menge)

Auch hier unterstreicht das griechische Wort »ktisis«, dass der Wiedergeborene in Christus, wie Luther übersetzt, eine „neue Kreatur“ geworden ist. Gott erschafft in uns ein neues Wesen, das eine göttliche Natur mit einem neuen Herzen und einem neuen Sinn bekommt, das wieder auf Gott ausgerichtet ist und fähig wird, Gott zu lieben. (1. Joh. 4,7)
David erkannte, dass seine Sünden aus seinem verdorbenen Herzen kamen und es für ihn das Beste wäre, wenn er ein neues, reines, unbeflecktes Herz bekäme.

Doch kein Mensch kann sich selbst ein neues Herz geben, Gott muss es tun. Nur ein schöpferischer Akt Gottes kann das vollbringen, sodass der Mensch aus Gott neu geboren wird, als eine neue Schöpfung in Christus.

Mit der Bekehrung schenkt uns Gott ein neues inneres Wesen durch die Wiedergeburt im Heiligen Geist, ER schenkt uns eine neue Identität als Kinder Gottes im Glauben an IHN. (Galater 3,26)

Doch bevor wir die neue Identität als Söhne und Töchter Gottes erhalten, muss unsere alte Identität als Sünder sterben. Jesus macht dem jüdischen Gelehrten Nikodemus, der IHN einmal nachts besuchte, unmissverständlich klar, dass kein Sünder aus Fleisch und Blut das Reich Gottes ererben kann, sondern nur diejenigen, die aus Wasser und Geist zu neuen Menschen im Bild Christi wiedergeboren werden. (Johannes 3,5)

Die Verwandlung in der Taufe

In der Taufe wird uns die geistige Wiedergeburt aus Wasser und Geist körperlich vor Augen geführt. Der alte Mensch mit seinen Sünden wird sinnbildlich im Wasser untergetaucht, ja sogar ertränkt, um sich anschließend als Getaufter aus dem Wasser als ein neuer Mensch zu erheben, erneuert und gereinigt durch den Heiligen Geist von seiner Schuld und seinen Sünden. (Titus 3,5) Als äußerliches Zeichen bezeugt und verkündigt die Taufe das, was Gott durch Christus und den Heiligen Geist am Menschen innerlich tut.

In der Taufe geschehen zwei Dinge nacheinander. Bevor der neue Mensch in uns kommen kann, muss der alte Mensch in uns sterben. Der alte Mensch wird nicht verändert; vielmehr muss er ausdrücklich mit seinen Sünden sterben, bevor wir im Heiligen Geist neu werden dürfen. Wenn Paulus sagt:

»Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?«

klingt das für uns zunächst bedrohlich. Aber der Tod unseres alten sündigen Menschen bedeutet Vergebung und Befreiung. »denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.« (Römer 6,7)

So kennt die Bibel einen alten Menschen vor der Bekehrung und einen neuen Menschen nach der Bekehrung. Paulus ermahnt uns, unsere alte Identität als Sünder abzulegen und in unserer neuen Identität im Bilde Gottes zu leben.

»Jetzt aber sollt auch ihr das alles ablegen: Zorn, Wut, Bosheit, Lästerung und schmutzige Rede, die aus eurem Munde kommt. (9) Belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Taten abgelegt (10) und habt den neuen Menschen angezogen, der nach dem Bild seines Schöpfers erneuert wird, um ihn zu erkennen.«

Bibelvers des Tages
Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Einzigen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Aktuelle Beiträge

Predigt Jonathan Edwards 1741 Enfield

Jonathan Edwards, der große Erweckungsprediger des 18. Jahrhunderts, hielt am 8. Juli 1741 in Enfield (USA) seine berühmte Predigt „der Sünder in den Händen eines zornigen Gottes“. Die Predigt ist nichts für schwache Nerven und gibt einen Einblick in Gottes furchtbare Majestät und den Schrecken seines Zorns über die Gottlosen.

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In dem Buch stellt C.H. Spurgeon auf eindrucksvolle Weise dar, welche Menschentypen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten allesamt die Errettung vor der Flut verfehlten und im Gericht Gottes umkamen. Es waren die Reichen und die Armen, die Gelehrten und die Ungelehrten, die Religiösen und die Ruchlosen, die Alten und die Jungen, die Spötter, die Kritiker, die Befürworter und die Mitarbeiter.
Sie alle lehnten die Arche ab, welche ein Symbol des rettenden Evangeliums von Jesus Christus ist. Auch heute stehen die Menschen vor der Wahl das Evangelium zum ewigen Leben in Christus anzunehmen oder im Gericht Gottes zur ewigen Verdammnis unterzugehen.

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Mit der Bekehrung schenkt uns Gott durch seinen Heiligen Geist ein neues Wesen mit einem neuen Sinn für Gottes Gerechtigkeit und einem veränderten Herzen, das auf Gott schaut und nicht auf unsere eigensinnigen Begierden und die schlechten Dinge der Welt. Wir beginnen, unsere Sünden zu hassen und schämen uns für das, was wir früher getan haben und manchmal immer noch tun (Römer 6,21).

Ich kenne keinen echten Bekehrten, der sich nicht für seinen früheren Lebenswandel schämt und sich mit Gottes Kraft aus seinen noch vorhandenen Verstrickungen befreien möchte. Paulus ermutigt uns, uns von Gott ständig im Geist und Sinn erneuern zu lassen und unseren alten Menschen mit seinem schlechten Lebenswandel abzulegen:

»Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. (23) Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn (24) und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.«

Die Verwandlung am Kreuz

Nicht nur in der Taufe wird von einer alten und einer neuen Identität gesprochen. Auch das Kreuz gibt uns einen Hinweis, dass es der Ort unserer Transformation ist, unseres Identitätswechsels, der uns aus einem alten Menschen der Sünde in einen neuen Menschen des Glaubens verwandelt. Wir kennen das Kreuz als den Ort, an dem Jesus für uns unsere Schuld bezahlt hat. So heißt es in Kolosser 2,14: »Er hat den Schuldbrief gelöscht, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn aufgehoben und an das Kreuz geheftet.«

Doch weniger beachten wir, dass am Kreuz nicht nur unsere Schuld bezahlt wurde, sondern unser alter Mensch der Sünde mitgekreuzigt wurde. Unsere alte Identität als Sünder wurde ausgelöscht, damit wir der Sünde nicht mehr dienen.

»Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm (Jesus) gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen. (7) Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.«

In Römer 6 entfaltet Paulus nicht den Sühnetod Christi unter dem Aspekt unserer Befreiung von der Sünde, vom Zorn Gottes und von der Verdammnis, sondern davon, dass wir in unserem täglichen Leben durch das Kreuz so verwandelt werden, dass wir der Macht der Sünde nicht mehr wie Sklaven hilflos ausgeliefert sind. Wenn geschrieben steht, dass unser Leib der Sünde mitgekreuzigt wurde, heißt das, dass unser Leib mit Christus mitgetötet wurde, sodass wir fortan im Leben mit Gottes Kraft nicht mehr seinen Triebkräften und Begierden folgen müssen. Da geht es nicht nur um fehlgeleitete Triebe des Körpers, die zu Wollust, Ehebruch und Unzucht führen, sondern auch um die gottlose Gier unserer Sinne, mit all ihrer unstillbaren Lust an den unnützen Dingen der Welt und dem ständigen Wunsch nach Vergnügen, Reichtum und Macht.

So fordert uns das Kreuz auf, schon in diesem Leben für die Sünde tot zu sein (Römer 6,2) , und unseren irdischen Körper nicht mehr für die falschen Dinge zu benutzen, die zu Unmoral, Auflehnung gegen Gottes Gesetz der Liebe und zur Ungerechtigkeit gegenüber unseren Mitmenschen führen. Petrus drückt den Zusammenhang zwischen dem Kreuz und unserer Wandlung zu einem neuen Leben in Gerechtigkeit noch klarer aus:

»Er hat unsere Sünden mit seinem eigenen Leib auf das Holz des Kreuzes getragen, damit wir tot sind für die Sünden und leben für die Gerechtigkeit. […]«

Es ist eine große Gnade, dass wir unseren alten Menschen der Sünde mit Jesus zusammen ans Kreuz nageln dürfen, um als Bekehrte mit einem neuen Herzen und einem neuen Sinn ein neues Leben als Kinder Gottes beginnen zu können. Wir dürfen unsere alte Identität ablegen und wie Paulus sagt, »den neuen Menschen anziehen, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.« (Epheser 4,24)

Es liegt nun an uns, Gott täglich darum zu bitten, uns vom Heiligen Geist verwandeln zu lassen, d. h. mit seiner Kraft den weltlichen Versuchungen zu widerstehen, damit wir nicht mehr in Sünden weiterleben, sondern im Geist der Gerechtigkeit leben, so wie es uns Jesus vorgelebt hat.

Schlussgedanken

• Es ist gut, wenn wir als Bekehrte auf unser altes Leben mit Beschämung schauen, wenn wir uns mit unserem alten auf uns selbst fixierten und gottfernen Leben in Sünde nicht mehr identifizieren können. Das ist ein Zeichen der Wiedergeburt, dass Gott unser Herz und unseren Verstand schon erneuert hat und in unserem Leben weiter erneuern will.

• Gott schenkt uns ein neues Leben und erschafft in uns eine neue Identität in Christus, wenn wir wie David bereit sind, unsere Sünden zu erkennen, sie vor uns selbst und vor Gott eingestehen und Gott um Vergebung und um einen Neuanfang bitten. Gott stößt niemand von sich weg, der mit dieser Bitte zu IHM kommt. Im Gegenteil: Nicht nur Gott, sondern auch die Engel freuen sich über jeden Sünder, der umkehrt. (Lukas 15,10)

• Wir brauchen die dunkle Vergangenheit unseres Lebens nicht zu verdrängen, zu verstecken oder krankhaft von uns abzuspalten. Keine Psychotherapie wird uns nachhaltig helfen können, wenn uns eines Tages unsere Vergangenheit einholen wird, die schon jetzt unser Gewissen belastet und uns Angststörungen und schlaflose Nächte bereitet. Zwar kann seelsorgerliche und therapeutische Hilfe Menschen in inneren Verletzungen begleiten und dadurch hilfreich sein; aber sie kann nicht die Schuld vor Gott tilgen und das Gewissen endgültig reinigen. Doch Gott verspricht uns, dass er uns von aller Unreinheit und Ungerechtigkeit durch sein Blut am Kreuz reinigen wird, wenn wir bereit sind, unseren alten Menschen der Sünde mit Jesus zusammen ans Kreuz zu nageln und sterben zu lassen. In Christus darf unser alter Mensch mitgekreuzigt sein, damit wir nicht länger unter der Herrschaft der Sünde leben müssen. Gott macht uns dann neu und gedenkt nicht mehr unserer Sünden (Römer 4,8) . Gereinigt durch sein Wort und bekehrt als Kinder Gottes dürfen wir nun vor IHN treten »[…] mit wahrhaftigem Herzen, in voller Gewissheit des Glaubens, die Herzen besprengt und so gereinigt vom bösen Gewissen […]« (Hebräer 10,22)
Welch eine befreiende Botschaft. Am Kreuz dürfen wir uns von unserem alten verdorbenen Leben trennen und bekommen ein neues Leben, d.h. einen echten Neuanfang mit einer neuen Identität als Kinder Gottes geschenkt

Welch eine Gnade! Dank sei Gott im Namen von Jesus Christus, unserem Herrn. Amen!

© Autor Rolf Trostel, Version 1 / 06.05.26

Fußnoten

[1]

»Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde, denn sein Same bleibt in ihm; und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist.« (1. Joh 3,9 / CSV)

Wenn es heißt, dass der aus Gott geborene nicht mehr sündigen kann, bedeutet das,  dass der Mensch durch „das Fleisch“ dennoch fehlbar bleibt und Vergebung braucht, aber als Bekehrter auf dem Weg der Heiligung nicht mehr unter der Herrschaft der Sünde steht, sondern unter der Herrschaft Christi. Als Tempel des Heiligen Geistes, wohnt im bekehrten Menschen der sündlose Geist Christi.

[2]

Wortstudie: Griechisch: κτίσις – ktisis – Deutsch: Schöpfung; Geschöpf; Einrichtung;  leitet sich ab vom Verb κτίζω – ktizo – schaffen; erschaffen; Schöpfer 15 Mal in 13 Versen. Das Wort wird für die Erschaffung der Welt verwendet (Römer 1,20) und für die gesamte Schöpfung verwendet (Markus 10,6) (Römer 8,20-22)
https://www.csv-bibel.de/strongs/g2937=Sch%C3%B6pfung